“Grüß Gott” in der Pfarrkirche St. Laurentius zu Gieboldehausen

Schön, daß Sie mal reinschaun!
Sie stehen vor einer der größten und sehenswertesten Krippendarstellungen des Eichsfeldes - vielleicht sogar Deutschlands.
Eine schöne, Augen und Herz erfreuende Einheit stellt die Landschaftskrippe mit über 40 großen Fichten vor dem gesamten Hochaltar dar.

Die ersten Krippenfiguren wurden 1971 aus Oberammergau erworben.
Es handelt sich um ca. 80 cm hohe bewegliche Figuren, bei denen nur die Köpfe, Hände und Füße von Holzbildhauern aus Oberammergau voll ausgeschnitzt sind.

Für den Auf- und Abbau der wohl einzigartigen Krippenanlage im Eichsfeld sind acht Gieboldehäuser zuständig, die sich in einer Krippenbruderschaft unter der Leitung von Tischlermeister Werner Grobecker zusammengeschlossen haben.
Unterstützung erhalten sie von Frauen aus der Pfarrgemeinde, die stilgerechte Gewandung für die Figuren schneidern.

Belohnt wird das Engagement durch das große Interesse, das die Krippendarstellung auch über die Grenzen der Region hinaus findet.

Für die kleinsten Besucher liegt ein ausgestopftes Lämmchen bereit, das darauf wartet, gestreichelt zu werden.

Eine aus Tannenzweigen, Moos, Steinen und Baumrinden gestaltete Landschaft umgibt die weihnachtliche Szene und nimmt auf einer Fläche von über 30 m² die über 40 Figuren ganz in sich auf.

Fuchs und Käuzchen, Marder und Vögel aller Art tummeln sich - zwar nur ausgestopft - neben dem Getier aus Holz, den Schafen und Ziegen an der Krippe.

Diese Krippe besonderer Art, wird sich im Zeitraum vom Heiligen Abend (24.12.) bis Mariä Lichtmeß (2.2.) durch vier Szenendarstellungen des Evangeliums verändern.

Unter den gestaltenden Händen der eifrigen Krippenbauer werden Gesten und Gewandfalten der Figuren sowie ihre Zuordnung bei der Umstellung verändert.

Die biblischen Geschichten:

      “Christi Geburt”  -  “Ankunft der Heiligen Drei Könige”  -

      “Die Flucht nach Ägypten” und “Jesus im Tempel”

werden dargestellt.

Dem Betrachter soll das Gefühl vermittelt werden, direkt beim Jesuskind zu sein und das Evangelium hautnah mitzuerleben.

Die umgebende Landschaft mit postierten blühenden Topfblumen ist in abgrenzende Räume gegliedert.

Die Figurengruppe der Heiligen Familie wird in der Mitte der Krippendarstellung präsentiert. Im Stall zwischen Ochs und Esel befinden sich Maria und Josef sowie das Jesuskind. Der Stall aus Holz ist offen und trägt ein Holzschindeldach.

Am Stallgiebel jubiliert der Gloriaengel in Flachrelief und verkündet auf einem Spruchband die Weihnachtsbotschaft. Der Betlehemstern überstrahlt, elektrisch beleuchtet, die anheimelnde, fromme Szene.

Der Gloriaengel und einige Schafe stammen noch aus einer älteren Vorgängerkrippe aus Gips.

 

Auf der linken Seite ist eine Hirtengruppe am flackernden Lagerfeuer dargestellt. Oberhalb der Schafherde erscheint auf einer Anhöhe der Verkündigungsengel und teilt den Hirten die frohe Botschaft über die Geburt Christi mit.
 



Auf der rechten Landschaftsseite mit plätschernden Wasserfall befinden sich
die Heiligen Drei Könige mit einem Kameltreiber, der das prächtige Kamel
am Zügel führt, bereits auf dem Weg zum Krippenkind, um es anzubeten und
zu huldigen.


Bei einer Betrachtung des gesamten Hochaltars ist die Haupt- und Grundlehre des Christentums, nämlich das Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit, auf der die Lehre von der Erlösung und Heiligung beruht, dargestellt.

Christus  der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, um uns durch seinen Tod zu erlösen. Oberhalb des Gekreuzigten wird Gott Vater, der Schöpfer des Alls, mit der Weltkugel gezeigt. Darüber schwebt der Hl. Geist in der Gestalt einer Taube.

Die St. Laurentius-Pfarrkirche ist täglich von 9.00 - 18.00 Uhr geöffner.Der Zugang befindet sich an der südlichen
Kirchenseite (gegenüber der Lourdesgrotte).

 

Vielen Dank für Ihren Besuch und auf ein baldiges Wiedersehen!

             Ihre  Pfarrgemeinde St. Laurentius Gieboldehausen / Eichsfeld

( Text: Alois Grobecker )



Werner Grobecker lenkt Blick der Gemeinde auf die Feinheiten
der Gieboldehäuser Krippe

Seit 49 Jahren kümmert sich die etwa 15 Personen zählende Krippenbrüderschaft von Gieboldehausen um den Auf- und Abbau der Kirchenkrippe in der Gieboldehäuser St. Laurentiuskirche. Und im besonderen Maße weiß Werner Grobecker über die wertvolle Bibeldarstellung Bescheid. Nicht umsonst wird er im Flecken auch "Der Krippenvater" genannt.
Nach der Abendmesse am Dienstag blieben zahlreiche Gieboldehäuser in den Kirchenbänken sitzen, um sich mehr von Werner Grobecker über die außergewöhnliche Krippendarstellung im Altarraum erzählen und auch auf besondere versteckte Details aufmerksam machen zu lassen. Da kratzt sich ein Schaf am Kopf, dort blickt ein Hirte ehrfurchtsvoll zu einem Engel auf. Und so manchem waren die Vögel in den 35 Tannenbäumen noch gar nicht aufgefallen. Apropos Tannenbäume: "Es galt 35 Bäume einzustielen. Ich kann gar nicht verstehen, wie manche Leute nur einen einstielen müssen und der dann auch noch umfällt", sorgte Grobecker für Heiterkeit. Natürlich lenkte er den Blick der Gäste auf die in den Bäumen sitzenden Vögel, zum Beispiel die Eule, die als Symbol der Weisheit gilt.

Und so stehen alle Krippenfiguren mit dem Blick auf die Stallszene ausgerichtet, aber so, dass der Betrachter alle Gesichter sehen kann.

Auch zum Engel über der Krippe wusste Grobecker eine Geschichte zu erzählen. Er schlummerte vor Jahren mit anderen Gipsfiguren in einer Kiste. Die fiel eines Tages herunter, und sämtliche Figuren - außer dem Engel - gingen zu Bruch. Damals sei ihm nahegelegt worden, so Grobecker, auch den Engel zu Boden zu werfen. "Fast hätte ich es getan. Ich warf ihn hoch in die Luft, und fing ihn aber instinktiv wieder auf." Er brachte ihn daraufhin zum Restaurieren, und seitdem wacht er an der Krippe über die heilige Familie. "Ich habe mich am Heiligabend sehr über das Titelbild im Eichsfelder Tageblatt gefreut. Eben dieser unser Engel sehr schön verklärt im Bild festgehalten", freute sich der Krippenvater.
Weg zu Gott offen halten
Dass aber ab und zu ein Teil der Krippe, deren Fläche 45 Quadratmeter umfasst, abhanden kommt, wie in einem Jahr der Nerzmantel eines Königs - auch das erzählte Grobecker. "Aber deswegen werden wir die Kirche nicht schließen, denn dann würden wir den Menschen den Weg zum Heiligtum und zu Gott versperren." Die Krippe ist bis zum Fest Mariä Lichtmess zu sehen.

Ausgabe: ET Datum: 31.12.2004  (Von Silvana TIsmer)

 

 

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