Gieboldehausen

Unter dem Namen „Gebehildehuson“ entstand das Haufendorf aus sieben umliegenden Wüstungen zwischen 500 und 800 n. Chr.. Der Ort wurde allerdings urkundlich erstmals im Jahre 1003 erwähnt. Der Flecken besitzt das Marktrecht seit 1608. Im Jahr 1850 wurden große Teile des Ortes, darunter auch das alte Amtshaus, durch Feuer zerstört. Unmittelbar darauf erkrankten 60% der Bevölkerung an Cholera, jeder fünfte davon starb an den Folgen der Epidemie.

Gieboldehäuser Schloss:

(frühere Bezeichnung „Haus am Wall“) sehenswertes spätmittelalterliches (Renaissance) Baudenkmal im Unteren Eichsfeld. Ehemals war es im Besitz der Herrn von Minnigerode. Der Bau wurde 1528 auf den Resten einer zerstörten Wasserburg von Hans von Minnigerode („der Römer“) errichtetet. Seit 1873 wurde der Schloßpark angelegt. Der heute solitär stehende Burgmannshof war in früheren Zeiten von Wirtschaftsgebäuden umgeben, von denen die letzten 1970 abgerissen wurden.
 

Im Park befindet sich ein Bildstock (Heiligenpfosten) aus dem Jahre 1676. Ungefähr 200 m davon entfernt, befindet sich in der Obertorstraße der älteste Bildstock der Region von 1622.
 

Die katholische Pfarrkirche Sankt Laurentius ist auf einem Bergsporn gelegen. Es ist der ursprüngliche Standort einer im 9. Jh. zur Kirche umgebauten frühmittelalterlichen Burg des Grafen Biso. Die Pfarrkirche im neogotischen Stil mit barockem Hochaltar (1754) wurde im Jahre 1731 fertiggestellt. Sie ist Nachfolger einer 1441 errichteten gotischen Kirche, von der nur noch die Westwand, das Kruzifix, eine Pieta sowie ein Bild des Hl. Sebastian erhalten sind.
In der Zeit vom 24. Dezember bis zum 02. Februar (Mariä Lichtmess) ist hier eine der größten und schönsten
Weihnachtskrippen des Eichsfeldes zu sehen.


Die evangelische Gustav-Adolf Kirche wurde am 15. Juli 1877 feierlich eingeweiht. Ursprünglich als Kapelle geplant, wurde die Kirche als “kleine Kathedrale” im neugotischen Stil erbaut.
Der Innenraum ist schlicht gestaltet; der Altar ist einfach, über ihm erhebt sich ein rötliches Holzkreuz mit kleeblattförmigen Endungen. Es trägt eine Christusfigur mit Nimbus.
Der Taufstein ist achteckig; eine Stiftung des Eisdorfer Gustav-Adolf-Vereins.
Die Lutherrose oberhalb des Nordausgangs stammt von dem Töpfer Häusele aus Bad Lauterberg. Sie trägt auf ihren Flügeln Symbole der Kirchenmusik. Die Glocken, 383 bzw. 750 kg schwer, wurden in den Kriegen nicht eingeschmolzen. Vermutlich lag dies an der Inschrift auf einer Glocke: “Gegossen den 3.September 1873 aus franz. Kanonen, erobert im Kriege 1870/71 und geschenkt von SM. Kaiser Wilhelm I. der evang.-luth. Gemeinde Gieboldehausen”.
Die Gottesdienste finden sonntags um 9 Uhr statt. Besichtigt werden kann die Kirche im allgemeinen ohne Voranmeldung. Der Schlüssel ist beim Pfarramt, Markstr. 25, abzuholen (neben der Kirche).

 

Nordwestlich von Gieboldehausen liegt der Kleine Lohberg, auf dem ein bronzezeitliches Hügelgrab von der frühen Besiedlung unseres Raumes zeugt.

Amts- und Gerichtshaus Gieboldehausen:
Das nach dem großen Brand von 1850, an Stelle des zerstörten alten Verwaltungssitzes, am 29. Oktober 1856 errichtete repräsentative Steingebäude war bis 1884/85 Sitz des seit dem 14./15. Jh. bestehenden Amtes Gieboldehausen. Es verlor erst unter preußischer Herrschaft nach der Zuordnung zum Landkreis Duderstadt seine Bedeutung. Heute beherbergt das im Zentrum des Ortes liegende Gebäude eine Gaststätte („Amtsrichter“) mit Biergarten.

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