Der heute als ‘Schloss’ bezeichnete ehemalige Burgsitz trug früher den Namen ‘Haus auf dem Wall’. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Jahr 1976 war er Eigentum der Familie von Minnigerode. Bis zur Ortssanierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war das herrschaftliche Haus von verschiedenen Wirtschaftsgebäuden umgeben. Das Torhaus wurde zusammen mit anderen Teilen des Wirtschaftshofes 1975 abgebrochen. Heute gehört das „Schloss“ dem Flecken Gieboldehausen und wird - nach einer grundlegenden Renovierung in den Jahren 1987 bis 1991 - als Standesamt und für unterschiedliche kulturelle Zwecke genutzt.

Das Anwesen wurde wahrscheinlich im Jahr 1502 von dem damaligen Burgmann und späteren Amtmann Hans von Minnigerode d. J. erworben, der das Gebäude nach 1520 in seiner heutigen Form errichten ließ. Dabei wurde der zweistöckige steinerne Vorgängerbau mit zwei Fachwerkgeschossen aufgestockt. Ob das ehemalige Erdgeschoss zu dieser Zeit durch Anhebung des Geländeniveaus bereits zum Keller umfunktioniert war oder dies erst im Zuge der Baumaßnahmen erfolgte, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Als Vorgängerbau des heutigen Schlosses haben archäologische Untersuchungen einen zweistöckigen Steinbau mit quadratischem Turm an der Nordwestecke ergeben, als dessen Vorgänger wiederum eine von Wasser umgebene hochmittelalterliche Motte (Niederungsburg) vermutet wird.

Dr. Sabine Wehking

 

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